Verspäteter Start und ein Beginn

Alle standen in den Startlöchern und hofften auf den Beginn der Reise. Und je länger sie warteten, umso mehr wuchsen die Erwartungen an das Vorhaben ins Unermeßliche. Als der Starttermin nochmals auf August 2016 verschoben wurde, stießen einige in nervöser Erregung Morddrohungen gegen Sean Murry und sein Team aus – und natürlich wurden die Drohungen der Böslinge wie die Schutzgesten der VertreterInnen der Vernunft auf Teufel komm raus viral verbreitet, diskutiert und hochgespielt. Ein Hype generiert sich selbst. So muß es wohl sein.

Dagegen war der eigentliche Start wohl recht alltäglich: Ein erster Patch mußte nachgeliefert werden, auf der PS4 friert regelmäßig mit dem Fehlercode CE-34878-0 das Bild ein, die PCs haben Schwierigkeiten mit dem Download und hie und da stottert die Software auf den Servern. Das Backup Team von Hello Games ist deshalb größer als das Entwicklungsteam, arbeitet eng mit dem Technischen Support von Sony zusammen und tut auch sonst, was es kann.

Alles stottert ein wenig, aber wer hätte etwas anderes erwarten dürfen? Auch ich bin ein wenig ins Hintertreffen gekommen mit all meinen Anschaffungen (PS4 und Monitor, das mußte einmal sein!), habe nomasky’s log seit März nicht mehr weitergeführt und gelassen versucht, mich nicht von allen Mutmaßungen, Spinnereien und Infantilitäten der Community nicht anstecken zu lassen. Auch in den ersten Tagen nach dem elektronischen Startschuß, als die ersten Raumschiffe zum Sturm auf den Mittelpunkt des Universums ausliefen, blieb ich noch ein wenig im Hafen. Ich kuckte lieber die Videobotschaften auf Youtube, bereitete die Kommandozentrale meines Raumschiff vor und lagerte all das ein, was ich auf meiner Reise brauchen sollte.

Inzwischen bemühte sich Hello Games, die Welt ein wenig realistischer zu sehen. Waren zunächst Zurückhaltung und kryptische Bemerkungen angesagt, um Neugier und Kauflust der potentiellen Entdeckungsreisenden anzustacheln,  mußte nach dem Release beruhigt werden. Sean Murray faßte britisch nüchtern zusammen, was man denn letzten Endes von No Man’s Sky zu erwarten habe:

  • die Erforschung einer hübschen, prozedural generierten Welt, die von wunderschönen Kreaturen bevölkert ist
  • Handel mit rechnergenerierten Personen (NPCs)
  • Kämpfe gegen Kreaturen, Wächter (Sentinels) und Raumschiffe
  • Survival und Crafting in einer unendlich großen Sandbox
  • den prozedural generierten Soundtrack der Lieblingsband von Sean Murray
  • für einen kurzen Moment den Eindruck, in einem Science Fiction Roman gelandet zu sein.

Und das wars auch dann schon. Einen kleinen Trost, hat das Mastermind dann noch für uns übrig. Verschiedentlich war ja geäußert worden, daß der Hauptmotor des Unterfangens in der rücksichtslosen Plünderung von Planeten bestehe – was angesichts der Situation unserer Welt, milde gesprochen, outdated sei, so Ben Kuchera kürzlich. Und diesem Eindruck kann man sich wirklich nicht entziehen. Sean Murray beruhigt:

If you hoped for things like pvp multiplayer or city building, piloting freighters, or building civilisations… that isn’t what NMS is. Over time it might become some of those things through updates. For instance, freighters and building bases *are* coming!

Lassen wir uns überraschen. Und  lassen wir uns Zeit auf der Reise durch das Universum.

Relax

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