LOG 005: Die Tage vergehen wie Jahre

Nun schon mehr als 10 Tage im Weltraum allein im immerselben Schiff. Ich suche nach Mineralien, um meine drei Warp Reaktoren zu bauen nach der Katastrophe in einem Schwarzen Loch. Nickel, Kupfer, Aluminium, Heridium und anderes. Mechanisch baue ich ein Gestein nach dem anderen ab, sauber, ohne häßliche Ruinen zurückzulassen. Ich werde mich wieder für den Weg des Atlas entscheiden. Abkürzungen scheinen zu viel Zeit  zu kosten.

Kaum direkte Bedrohungen in letzter Zeit, die mich gefährden, nur manchmal im Weltraum die Scans der Piraten, denen ich entweder durch Flucht auf einen Planeten oder eine Raumstation entkomme. Wenn es sehr eng wird, warpe ich mich in ein anderes Sternensystem. Ich habe absolut keine Lust auf Kämpfe, die nichts bringen. Die sgn. Wächter -Eliten führe ich an der Nase rum: ein schneller Diebstahl der Wirbelwürfel, wieder ins Raumschiff gesprungen und dann nichts wie weg. Es ist wie entspannende Arbeit, eine Art meditatives Tun. Man entwickelt langsam Routine, auch im Flüchten. Der Gegner ist zu berechenbar, es ist leicht, ihn hinters Licht zu führen.

Ich kann mich nicht sattsehen an den Landchaften, an den Kreaturen, an den unterschiedlichen Landformen und Pflanzen. Ein Augenrausch, der nicht aufhört, zu interessieren. Nur in den unterschiedlichen Gebäuden auf den Planeten ist es langweilig geworden. Die Terminals produzieren das Immergleiche, die Kommunikation der Außerirdischen wiederholen sich, die Architektur variiert nur selten.

Ich weiß, daß ich schneller reisen sollte, mich in neue Umgebungen bringen, aber irgendetwas hält mich hier fest: Melancholie? Selbstvergessenheit? Die Unendlichkeit des Weltraums, die es egal erscheinen läßt, wo man sich befindet und welche Zeit es ist?  Ich drifte in der Zeitlosigkeit.

Mühe habe ich, etwas zu notieren, meine Reisematrix auszufüllen, meine Forschungen betreiben. Aber dazu bin ich doch hier, denke ich, und nehme mich zusammen. 10 Tage sind mehr als dreißig Stunden. Ein wenig verloren fühle ich mich schon.

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