Die heikle Balance auf Planetbase

Strukturen haben keine Energie(x41). Shut down! Mit einem häßlichen Geräusch fällt die Stromversorgung auf der Base D58 in sich zusammen. Alle Versorgungseinrichtungen, die Fabriken, die Sauerstoffversorgung, die Aufbereitungsanlagen, Landebahnen, Restaurants, Lager, Schlafsäle und die Nahrungsmittelproduktion stehen still. Bald werden die ersten Leute sterben. Erst vor kurzem sind vier Kolonisten und zwei Eindringlinge zu Tode gekommen, weil ich die Warnanlage nicht rechtzeitig in Gang gesetzt habe. Und nun dies: obwohl ich die Statistiken und Prognoseelemente auf meinem Hud regelmäßig gecheckt habe, keine Power mehr auf diesem Planeten. Ich muß bis Tagesanbruch warten, bis die Solaranlagen wieder in Gang kommen und die Stromgeneratoren aufladen. Dann erst kann ich an den Bau eines weiteren Generators gehen, der genügend zusätzliche Energie für die kommende, oft kritische Nacht bereitstellt. Denn nächtens arbeiten nur die Windturbinen und sollte auch noch windstille herrschen, geht es sehr schnell an die Substanz der gespeicherten Energie. Dann wird es heikel, sehr heikel.

Ich habe wohl zu schnell zu viele Lagerhallen gebaut, um der lange Zeit ungezügelten Lebensmittelproduktion eine Ausweichmöglichkeit zu geben. Als ich den Threshhold von 100 Kolonisten erreicht hatte, glaubte ich die Voraussetzungen für einen weiteren, raschen Zuzug von Kolonisten schaffen zu müssen. Angestrebt hatte ich die 300er Marke, doch viele Kolonisten starben. Einige starben eines natürlichen Todes, viele durch die Eindringlinge, die sich von Bord der großen Schiffe schmuggelten, welche meine Base in regelmäßigen Abständen mit Handelsgütern und Kolonisten erreichen. Die Lebensmittelproduktion indes schwoll weiter an und fraß mir mit dem Aufbau der Lagerhallen die Energie weg, ohne daß ich es rechtzeitig bemerkt hatte. Also das nächste Problem lösen!

Ich habe in meinem letzten Beitrag den unheilvollen Stress beschrieben, den Strategiespiele auslösen können. Und ich habe mich als Feind dieser Art von Feiertagsstress geoutet. Dennoch, immer wieder kann ich die Finger von Planetbase nicht lassen.Und zu diesem Widerspruch muss ich wohl stehen.

Das Spiel ist in seiner Ressourcenökonomie sehr gut durchdacht, die Spielmechanik einfach genug, um nicht ewig mit dem Lernen zu verbringen, die Übersetzung ins Deutsche ist gut gelungen. Was ich aber am Liebsten mag, ist die ansprechende Grafik, die bis ins Detail gelungen ist. Für die Neugierigen unter uns, die gerne dem geschäftigen Treiben der Kolonisten im Detail folgen, gibt es nicht nur die Möglichkeit, sich per Kamera in die einzelnen Baueinheiten zuzuschalten, sondern insgesamt die Dächer wegzuklappen. Und auch hier: liebevolles Detail. Bravo, Madruga Works, dem fünfköpfigen Indie aus den USA, welches ein sehr anständiges und kompromisslos klares und preisgünstiges Spiel geschaffen hat. Es wird mich wohl noch einige Zeit als Spielalternative zu NMS begleiten.

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